Weiberfastnacht

Nun sind es schon 25 Jahre her, seitdem die Frauen ihre eigene Sitzung halten. 1987 haben sich donnerstags vor dem eigentlichen Faschingswochenende die närrisch kostümierten „Weiber“ um 20.11 Uhr im Saal Hack getroffen. Damals war wichtig, dass es viel Platz zum Tanzen gab und auf der Bühne eine Kapelle spielt, die alle in Schwung hielt. Diese aus Männern bestehende Gruppe kam in Kittelschürze und Kopftuch, um einigermaßen als „Frau“ akzeptiert zu werden. Schon im ersten Jahr zeigte sich, dass es in und um Freiensteinau herum Frauen gab, die alle mit Sketchen und Büttenreden erheitern konnten. Dies geschah alles „Locker vom Hocker“, es gab anfangs keine Bütt, man stellte sich einfach mitten in den Saal und ließ seine Rede vom Stapel. Wurde mal ein Mikro gebraucht, so entwendete man dieses kurzerhand dem Sänger der Musiker und weiter ging es. So nach und nach entwickelte sich das Ganze zu einer kleinen Sitzung mit Moderation, Bütt, Tanz einzelner Frauengruppen auf der Bühne, sodass die Musikkapelle zur Seite geschoben wurde. Die Mitte des Saales blieb jedoch immer noch frei für aktive Bewegungsspiele mit allen anwesenden Gästen. Schon seit 25 Jahren wird dieses bunte Treiben mit der jeweiligen Prinzessin und ihrem Freundeskreis gestaltet. Nachdem der alte Saal nicht mehr benutzt werden durfte, zogen wir um ins Bürgerhaus. Hier war nichts mehr drin, ohne Mikrofon und Technik. Der Andrang vor dem Eingang des Bürgerhauses war so lange, wie bei „Aldi“ am frühen Montagmorgen. Es wurden immer mehr Stühle und Tische beigeschleppt, bevor die Sitzung überhaupt beginnen konnte. Wie in den Jahren zuvor ist es auch heute noch so, dass vor Ende des Programms keine Männer im Saal zugelassen sind, lediglich auf der Bühne tummeln sich einige Männer in Form eines Balletts, die dann auch gleich wieder verschwinden müssen. Ein einziges Mal wurde ein Mann in Frauenkleidern im Saal entdeckt, dieser musste dann hoch auf die Bühne und wurde etwas entkleidet. Als diesem aber der Bühnenauftritt sichtlich immer mehr Freude bereitete, wurde er des Bürgerhauses verwiesen. Damit es aber unserem, jeweilig zur Prinzessin gehörenden Prinzen, allein zu Hause nicht langweilig wird, sind die närrischen Männer unterdessen im klitzekleinen Backhaus mit wahnsinnsvielen Männern zugange.